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Karate als Wettkampfdisziplin hat sich in den letzten Jahren sehr stark entwickelt. Leider ist in der
letzten Zeit eine starke Ablösung vom Wettkampfkarate (oft auch als Sportkarate bezeichnet) zu dem
traditionellen Karatedo (Karate als Kampfkunst) zu beobachten. Die Wettkampfreglemente orientieren sich
denn vermehrt an publikumsattraktiver Technik. Bedingung für die Mitwirkung in der Elite sind
vermehrt spitzen-sportspezifische Kriterien. Mehrjähriger Grundaufbau als Basis ist für die
Ausübung des Karate nicht mehr zwingend notwendig; - eine Entwicklung, die bei stark
wettkampforientierten Karateschulen gut zu beobachten ist. Traditionelle Stilrichtungen und verschiedene
Meister und Schulen lehnen Wettkampf sogar ganz ab, da aus ihrer Sicht der Wettkampf dem Do-Prinzip widerspricht.
Der KARATE-KAI LENZBURG versucht interessierten Mitgliedern auch Wettkampferfahrung auf
Breitensportbasis zu ermöglichen, ohne die Kerngedanken des Karatedo, der Kampfkunst, aus den Augen
zu verlieren. Im KKL beteiligen sich ca. 5 - 10 % der Aktivmitglieder bzw. der Jugendlichen an
Turnieren, für welche dieses Element eine attraktive Ergänzung und zusätzliche Herausforderung ist. Der sogenannte traditionelle Aufbau
aus dem Karatedo dient diesen Sportlern als vorzügliche Basis, um die notwendigen
wettkampfspezifischen Fähigkeiten zu fördern.
Die interssierten Karate-Ka haben regelmässig Gelegenheit, sich an sogenannten
Kyu-Turnieren (Turniere für die Schülerstufe) zu beteiligen. Aus unserer Sicht ist vor allem
dieser noch nicht extrem leistungsorientierte Bereich ein sehr gutes, ergänzendes Trainingselement,
wo nicht unbedingt der Sieg und die Medaillenplatzierung im Vordergrund stehen, sondern die Erfahrung,
die Auseinandersetzung und das «Erlebnis» innerhalb der Turniersituation (auch Stress-Situation).
Es unterstützt die Teilnehmer auch in ihrer Fähigkeit zur Selbsteinschätzung.
Masatoshi Nakayama (1913-1987), Professor und Leiter der Sport-Fakultät an der
Takushoku-Universität und über 30 Jahre Chefinstruktor der Japan Karate Association (JKA)
hat das Wettkampfkarate innerhalb der JKA sehr stark gefördert. Die JKA wurde 1949 auch mit dem
Ziel gegründet, ein Wettkampfkarate zu verbreiten. Aber auch Nakayama hat betont: «Das
wesentliche des Karate-Do ist nicht über Sieg und Niederlage zu entscheiden, denn Karatedo ist
eine Kampfkunst, die den Charakter durch Training entwickelt, so dass der Karateka jedes physische
und psychische Hindernis überwinden kann.»
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